Samstag, 25. Mai 2013

Tag 14 - Ponta Delgada zum letzten Mal

Am letzten Tag wollten wir den Urlaub sanft ausklingen lassen. Vom Museu Carlos Machado in der Hauptstadt hatten wir ja bislang nur die Abteilung für sakrale Kunst besichtigt (siehe Tag 11) - da wollten wir gern noch den wesentlich interessanteren Rest kennenlernen. Das Museum hat sogar eine eigene Webseite, auf der wir die Öffnungszeiten noch einmal checken konnten - natürlich stand da kein Wort, dass die Ausstellung derzeit wegen Renovierung geschlossen ist. Wir standen also heute vor verschlossenen Toren. Im Reiseführer fanden wir nachher eine Notiz darüber, dass das Museum bereits zum Redaktionsschluss 2012 geschlossen und die Wiedereröffnung bereits mehrfach verschoben war.

Naja, also ließen wir es in der Hauptstadt ruhig angehen, z.B. mit Segway-Fahren!
Das Ding ist der absolute Hammer - die Bedienung ist in einer Minute erklärt, dann stellt man sich drauf und es funktioniert einfach. Nach wenigen Metern Fahrt hat bereits die Intuition übernommen und es fährt genau dahin, wohin man will. Ich konnte sogar rückwärts fahren, nur weil ich rückwärts fahren wollte - der Verleiher hatte das bei seiner Kürzesteinweisung unerwähnt gelassen. - So ging es 15 Minuten lang für 5 Euro über die Hafenpromenade rauf und runter.
Anschließend waren wir früh wieder im Hotel - bezahlen, packen, das Auto volltanken usw. und vor allem: das Champions-League-Finale gucken (auf einem winzigen Fernseher in der oberen Zimmerecke mit protugiesischem Kommentar)!

Wenn Comiczeichner Fassaden gestalten... - dieses Haus steht direkt an der Hafenpromenade
 Und weil es gestern so großen Zuspruch gab: hier noch ein paar 3D-Fotos zum Selberschielen:





Morgen startet der SATA-Airbus um 7:10 Uhr Ortszeit, das heißt für uns Aufstehen um 4:45 Uhr. Netterweise haben die Hotelleute uns ein Extra-Frühstück schon heute abend aufs Zimmer gestellt, sodass wir uns vorher stärken können. Eingecheckt ist schon über Internet - wir haben die Plätze 3A und 3B, sodass wir zum Abschied noch ein paar Luftaufnahmen der Südküste machen können - die werde ich dann im Abschlusspost dieses Urlaubsblogs bringen. Ankommen werden wir planmäßig um 13:30 Uhr in Frankfurt - werde also morgen mit nur 22 Stunden den kürzesten Geburtstag meines Lebens haben!

Freitag, 24. Mai 2013

Tag 13 - Einmal Salto und zurück

Die schönste Wanderung haben wir uns für den Schluss aufgehoben - nein, geplant war das nicht wirklich! - Denn die Tour zum Wasserfall Salto do Prego war im Reiseführer nicht besonders wohlschmeckend beschrieben; zum Einstieg sollte es einen beschwerlichen Aufstieg über einen gepflasterten Eselspfad geben und die Aussicht, mal wieder bergauf zu kraxeln, um denselben Weg anschließend wieder bergab zu gehen, war ebenfalls nicht berauschend.
Es sollte alles ganz anders sein - gut, den steilen Eselspfad gab es wirklich, aber er war schön und sehr gepflegt und bot eine tolle Aussicht auf das Tal von Faial da Terra, einem abgelegenen Fischerdorf an der südlichen Ostküste (oder östlichen Südküste, jedenfalls unten rechts in der Ecke).

Blick auf Faial da Terra - irgendwo da unten stand unser Auto; hier waren wir schon auf halber Höhe
Nach der etwa halbstündigen Kletterpartie kamen wir dann in Sanguinho an, einem kleinen Bergdorf, das der Sage nach mal 300 Einwohner hatte, aber 1970 aufgegeben worden war, wohl weil es nur zu Fuß oder eben per Esel über den besagten Pfad zu erreichen war. Seit einiger Zeit wird es jedoch wieder restauriert und soll einmal dem Tourismus dienen. Dafür hat man sogar eine Straße und eine Stromleitung dorthin gebaut und tatsächlich waren einiger Häuser frisch renoviert und weiß gestrichen. Daneben allerdings genug schöne Ruinen für mich:




Sanguinho
Wir haben uns jedoch nicht lange aufgehalten und sind weiter in Richtung Wasserfall erst ein Stück hinauf und dann ziemlich tief wieder abgestiegen.


Dieser Teil des Wanderwegs war vielleicht der schönste der ganzen Insel, es ging über ausgewaschene Flussbetten und morsche Holzbrücken, riskante Treppen und schwindelnde Abgründe - bis wir endlich im Kessel des Wasserfalls standen. Mitten zwischen den Felsen am Rand des Sees, in den sich der gut 15 Meter hohe Fall ergoß, hatte jedoch jemand einen großen Haufen kleingehackter Baumstämme angezündet, deren enorme Rauchwolke fast die Fotos verdorben hätte. Mit einer leeren Sprudelflasche hatte ich versucht, das Feuer zu löschen - wegen der starken Glut war das jedoch unmöglich. Immerhin gelang es mir, den Rauch etwas einzudämmen.

Der Salto do Prego - ein wenig qualmt es noch
Etwas weiter oben an einer alten Tränke rasteten wir. Dann ging es nur einen kurzen Teil des Wegs zurück, denn der Weg war tatsächlich ein Rundkurs, was in der Karte kaum zu erkennen war, da die Routen eng beieinander lagen.

Ein Blick zurück - das war die Stelle, wo es zum Wasserfall ging, die Wegweiser zeigen die anderen beiden Richtungen - wir waren von oben gekommen und gingen hier bergab
In Wirklichkeit lagen jedoch mehrere Dutzend Höhenmeter zwischen dem Bergdorf Sanguinho und dem Bett der Ribeira da Faial da Terra, durch das wir nun auf dem Weg zurück abstiegen. Da das Wetter heute auch gehalten hatte und die Sonne die meiste Zeit zu sehen war, war dies eine Wanderung ganz nach unserem Geschmack, auch wenn der Weg mit nur 6 km insgesamt recht kurz war.

Am Schluss ein 3D-Bild. Kurzanleitung: Schielen, bis sich in der Mitte ein virtuelles drittes Bild zeigt. Dann versuchen, darauf zu fokussieren und das Bild stabil zu halten - dann ergibt sich der 3D-Effekt von ganz allein. Erfordert etwas Übung, aber dann ist es ganz leicht.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Tag 12 - Parque Terra Nostra und Lagoa das Furnas Reprise

In Furnas, also der Ortschaft in der Nähe des gleichnamigen Lagoas (siehe Tag 4) sollte es einen überaus sehenswerten Park namens Terra Nostra geben, den wir bei unserem letzten Besuch ausgelassen hatten. Auch heute war der Himmel meist bedeckt, also nicht unbedingt das beste Fotowetter, jedoch soll es laut Wetterbericht so bleiben und ganz so viele Tage haben wir ja nicht mehr - also denn!

Der Park umfasst etwa 12 ha Fläche und auch hier liegt der Schwerpunkt klar auf möglichst vielen exotischen Bäumen. Da der Kern des Parks bereits 1780 von einem reichen Amerikaner gegründet wurde, gibt es dementsprechend viele sehr dicke und hohe Bäume rund um eine schöne weiße Villa, die an einem teichgroßen Thermalschwimmbecken liegt. Wir folgten dem offiziellen Rundweg und legten so einige Kilometer im Spaziergang zurück.

Das Thermalschwimmbecken. Das Wasser hatte etwa Körpertemperatur und die gelbe Farbe war angeblich normal.
Das war der Eingang zu einem der mit hohen Hecken umgebenen Spezialgärten. Birgit war begeistert.
Diese Bank sah ganz bezaubernd aus, darauf niederlassen wollten wir uns dann aber doch nicht...
Hier gab es einen schönen Blick zwischendurch auf Furnas
Unten am Ententeich kam tatsächlich für ein paar Minuten die Sonne durch
Der Schwanenfamilie mit ihren sechs frischen Kindern hätte ich noch stundenlang zugucken können. Vater Schwan (links) hat mich jedoch nicht aus den Augen gelassen und jeden meiner Schritte am Ufer misstrauisch begleitet, trotzdem sind mir einige Fotos gelungen.
Auf dem Rückweg kamen wir wieder am Lagoa vorbei - er hatte diesmal deutlich weniger Wasser als in der Vorwoche, also lohnte sich vielleicht ein erneuter Rundgang. Tatsächlich brauchten wir auf den gut siebeneinhalb Kilometern diesmal keine Schuhe auszuziehen und schafften die Strecke in unter zwei Stunden. Zunächst aber hatten wir ein paar Früchte gekauft und am Nordufer des Sees ein kleines Picknick gemacht und eine Prise schwefelhaltiger Luft genossen. Von den Koch-Löchern bei den heißen Quellen waren heute deutlich mehr belegt und irgendwie roch es sogar etwas nach Eintopf hier.

Ebenfalls aus der Serie "Abandoned Buildings" - am Lagoa das Furnas gibt es am Ostufer eine ganze Reihe prachtvoller Villengrundstücke in Hanglage, einige sind sehr gut in Schuss, ein paar sind zu vermieten und zwei oder drei sind in jenem beklagenswerten Zustand, der mich am meisten fasziniert. Dieses Haus hatte mal eine tolle Aussicht über den See.
Blick in die gute Stube - diese Häuser am See sind meist relativ klein und dienen wohl eher dem Wochenendvergnügen.
Dieses Haus hat seinen Besitzer schon sehr viele Wochenenden nicht mehr gesehen.
Die Aussicht von der Veranda - die Stufen des gewundenen Treppenaufgangs sind fast vollständig mit Laub bedeckt.


Mittwoch, 22. Mai 2013

Tag 11 - Mäßiges Wetter in der Hauptstadt

Heute war die erste Idee, die gestern verschobene Wanderung nachzuholen, leider war das Wetter heute durchweg schlecht, also relativ gesehen, das heißt: 16-18° bewölkt, kein Niederschlag, leichter Wind. In den höheren Regionen sieht das jedoch schnell ziemlich unwirtlich aus, was folgendes Foto zeigt:

Das ist kein Vulkanausbruch, sondern nur die Spitze des Pico da Barrosa, gesehen vom Parkplatz eines Einkaufszentrums in Ponta Delgada. Der Gipfel war heute den ganzen Tag in dunklen Wolken versteckt.
Plan B waren die Museen in Ponta Delgada, die wir uns ohnehin noch anschauen wollten. Vor allem das Museu Carlos Machado mit seiner Mischung aus Kunst- und Naturkundemuseum schien reizvoll. Was wir fanden, war jedoch nur die Abteilung für sakrale Kunst, die in einer ehemaligen Kirche untergebracht war. Bis auf eine enorme, komplett aus Holz geschnitzte Wandverkleidung des gesamten Altarraums gab es dort jedoch nichts Besonderes zu sehen: 

Bis auf die Azulejos links und rechts war hier alles aus Holz geschnitzt.
Interessanter, aber auch durchaus noch abschreckender war das Militärmuseum in der alten Hafenfestung Forte de São Brás, das wir anschließend besichtigten. Hier gab es so ziemlich alles an militärischem Gerät, das die portugiesische Armee in den letzten 200 Jahren verwendet hat. Für Waffenfetischisten sicherlich ein Mekka, wir fanden eher die Festung selbst interessant - vom Dach aus gab es einen schönen Blick über den ganzen Hafen.

Die Forte de São Brás, die den Hafen nach Westen abschließt
Blick vom Dach in den Innenhof der Festung
Blick auf die Hafenpromenade aus einem der beiden Ecktürmchen auf dem Dach
Danach sind wir erstmal Essen gegangen und haben den Tag dann im Hotel ausklingen lassen.

Dienstag, 21. Mai 2013

Tag 10 - Unwegsames Gelände

Heute hatten wir unsere Pläne, den Rest des Kraterrands der Caldera von Sete Cidades zu umrunden, wegen des nebelverhangenen Grats kurzfristig geändert und waren hinunter zur Brücke zwischen dem Lagua Azul und dem Lagua Verde gefahren.

Die Idee war, den kleineren Lagua Verde zu umrunden - sowohl von rechts als auch von links führten Wege zumindest ein größeres Stück am Ufer entlang, so dass in der Theorie es auch möglich sein sollte, ein evtl. unwegsameres Zwischenstück durch den Wald zu überwinden, ähnlich wie uns das bereits beim Lagua das Furnas gelungen war (siehe Tag 4). Birgit hatte jedoch, nachdem der Weg eine Rechtskurve vom See weg beschrieben hatte, angesichts des nur schwach vorhandenen Trampelpfads am Ufer entlang schnell abgewunken, mich hatte jedoch die Lust auf ein Abenteuer gepackt und so machte ich mich allein auf den Weg in den Wald. Dummerweise wurde der Pfad jedoch bald schon immer schlechter und der Boden immer steiler und irgendwann war ich praktisch auf allen Vieren mitten im Urwald unterwegs bei extrem rutschigem weil abschüssigem Boden. Hier hätte ich spätestens umkehren müssen; da ich jedoch erwartete, schon bald den Weg auf der anderen Seite erreicht zu haben, kletterte ich weiter. Nach nur etwas mehr als 100 Metern, die mich allerdings mehr als eine halbe Stunde gekostet hatten, kam ich jedoch an einen etwa 15 Meter breiten Erdrutsch, an dem die mehr als 45° steile Kraterwand auf über hundert Meter Höhe in den See abgerutscht war und sämtliche Flora mit sich gerissen hatte. Übrig blieb eine praktisch nur aus Schotter bestehende Piste, die nicht passierbar war. Hier war es klar, dass ich nicht weiterkonnte. Also doch wieder zurück.
Da dieses Foto von einer ziemlich unzugänglichen Stelle mitten aus der südlichen Kraterwand entstanden ist, hat es vermutlich einen gewissen Seltenheitswert, die Blickrichtung an sich ist weniger spektakulär, denn ich befand mich da ziemlich genau unterhalb des berühmten Miradouros Vista do Rei (siehe Tag 6)
Ich traf jedoch die folgenschwere Entscheidung, zunächst weiter aufzusteigen um weiter entfernt vom Wasser zu sein. Dass hatte den Vorteil, dass ich bei einem Fehltritt nicht so leicht hineinfallen konnte, jedoch den Nachteil, dass die Wand, je höher ich kam, immer mehr zur Senkrechten wurde. Nach einer Ewigkeit kam ich dann etwa 100 Meter oberhalb des Sees an einer steilen, unlängst gerodeten Klippe heraus, von der aus es auch keinen Weg nach unten zu geben schien. Also versuchte ich, noch weiter aufzusteigen, was jedoch praktisch unmöglich war, da es steiler wurde und mir auch die Kräfte langsam ausgingen. Also doch der Abstieg, den ich dann überwiegend auf dem Hosenboden zurückgelegt habe. Natürlich hatte sich Birgit die ganze Zeit ziemliche Sorgen gemacht, wenn wir auch mehrmals telefonischen Kontakt hatten. Irgendwann war ich dann wieder am Ausgangspunkt und um eine Erfahrung reicher. Bis auf die Hose und ein paar Schrammen an den Armen ist mir jedoch nichts passiert, allerdings habe ich leider zur allgemeinen Erosion der Kraterwände so einiges beigetragen...

Montag, 20. Mai 2013

Tag 9 - Sieben Kilometer Nichtstun

Heute wollten wir es mal gaaanz ruhig angehen lassen und nicht wandern! - Stattdessen nur ein wenig Spazierengehen, zuerst im Forest Reserve Pinhal da Paz, ein ebenfalls ursprünglich von José do Canto (dem wir hier schon öfter begegnet sind) angelegter Waldpark nördlich der Hauptstadt Ponta Delgada. Problem war nur: heute war nicht nur Pfingstmontag, sondern auch Nationalfeiertag und da haben die Einheimischen nichts besseres zu tun als schon morgens um zehn die Grillplätze zu stürmen, die ja über die ganze Insel verteilt sind. Der Park hat ganz besonders viele davon und so weitläufig, allen aus dem Weg zu gehen, war er dann doch nicht. Zudem hatte es sich nach vielversprechendem Start wieder zugezogen und ein paar Regentropfen fielen auch. Trotzdem begingen wir gut drei der insgesamt 15 km Wege und wollten dann schauen, was in Ponta Delgada auf den Beinen war (außer uns).
Wir blieben einige Zeit an der Hafenpromenade und waren dann schon früh im Hotel zur Sesta (kein Schreibfehler sondern die portugiesische Variante von Siesta).
Deshalb gibt es heute auch nur wenige Fotos:

Aus der Serie "Abandoned Buildings" - dieses Gehöft mitten in Ponta Delgada werde ich auch nochmal bei Sonnenschein fotografieren. Links steht auch noch eine alte ebenso schäbige Kapelle, aber alles zusammen bekommt man wegen der schmalen Hofeinfahrt nicht gut aufs Bild
Die Strelizien schauen frech auf diese hübsche Bronzeplastik, die die Fassade eines öffentlichen Gebäudes unbekannter Funktion in Ponta Delgada ziert
Diese Herrschaften hatten heute nichts besseres zu tun als stundenlang auf der Hafenmauer rumzulungern. Naja, insgesamt waren sie auch heute wieder über sieben Kilometer zu Fuß unterwegs...
Der Yachthafen von Ponta Delgada - hier war heute aber auch gar nix los!

Sonntag, 19. Mai 2013

Tag 8 - Durch die Serra Devassa

Heute stand nur eine kurze Rundwanderung auf dem Programm, die über 4 km auf den Gipfel des Pico das Éguas, den mit 873 m höchsten Berg des Inselwestens und um den Lagoa Rasa führen sollte. Die Serra Devassa ist eine kleine Bergkette, die sich südöstlich an den Kraterrand der Caldera Sete Cidades anschließt. Hier gibt es einige kleinere Kraterseen, die nur von oben einsehbar sind. Klettern ist also unvermeidlich, wird jedoch mit schönen Aussichten belohnt. Der Startpunkt der heutigen Tour lag nur wenige Straßenkurven vom Startpunkt der Wanderung entfernt, die wir vorgestern gemacht hatten. Anfangs schien das Wetter zu halten, leider kamen später einige Wolken auf und es wurde etwas kühl - kein Wunder, denn der größte Teil des Wegs verlief oberhalb von 800 m.

Blick auf den Lagoa das Éguas, rechts der gleichnamige Pico.
Dem Aufstieg auf den Pico ging ein steiler Aufstieg auf einen unbenannten, nicht ganz so hohen Nachbarberg voraus. Hier kamen uns einige wahnsinnige Quadbike-Fahrer entgegen, die sich todesmutig die Bergflanke nahezu senkrecht hinunterstürzten und dabei zum Glück mehrmals in den ausgewaschenen Rinnen des Pfads stecken blieben.

Birgit auf dem Gipfel des Pico das Éguas - von nun an gings bergab
Der Anstieg auf den Pico war beschwerlich, aber mittlerweile sind wir gut im Training. Nach dem Abstieg vom ersten Gipfel waren es auch nur noch etwa 30 Höhenmeter, die es über einen treppenartigen Pfad auf einem Grat bis hinauf zum Gipfelstein zu bewältigen galt.

Blick auf den Lagoa Rasa, der Weg ging jetzt hinab bis ans Südufer des Sees (rechts im Bild)
 Der Abstieg erfolgte dann über einen extrem ausgewaschenen Pfad, bei dem man auf jeden Schritt achtgeben musste.

Zuvor noch ein Blick auf einen weiteren, unbenannten See, der zwischen Lagoa das Éguas und Lagoa Rasa in einem eigenen Krater liegt
Unten am Lagoa Rasa machten wir kurze Rast. Für ein ausgedehntes Picknick war es hier zu windig-kühl. Welche Funktion die beiden Rohre hatten, die von einem kleinen Häuschen aus schräg in den See hineinführten, konnten wir uns nicht erklären...
Rund um den See war ein ausgedehnter Sumpf - ein Paradies für Frösche. Gehört haben wir einige. Hier liegt der Gipfel von dem wir kamen bereits im Nebel und wenig später kamen einige wenige Regentropfen herunter.
Nachdem wir problemlos unser Auto wiederfanden - der offizielle Wanderpfad war gut beschildert - warfen wir noch einen Blick auf den dem Parkplatz gegenüber gelegenen Lagoa do Canário. Dieser befindet sich in einem umzäunten parkähnlichen Gelände, das abends verschlossen wird. Er scheint ein beliebtes Ziel der Einheimischen zu sein. Da heute Sonntag war, war der Parkplatz so gut wie voll.

Auch der Lagoa do Canário hat einen eigenen Krater, in dem er liegt - etwa 15 m tiefer als die Straße. Er ist umstellt von hohen Bäumen und deshalb nur einsehbar, wenn man zu ihm hinabsteigt.
Da die Tour nur 90 min gedauert hatte, beschlossen wir, an die Küste zu fahren, wo das Wetter besser schien als oben in den Bergen. Mosteiros bot sich an, das Fischerdorf unten an der Westküste. Auf dem Weg dorthin mussten wir einigen Pfingstprozessionen ausweichen. Mosteiros liegt unmittelbar am Meer und war früher ein typisches azorianisches Fischerdorf. Es hat einen breiten Strand mit schwarzem Sand und daneben einige hübsche Klippen. Hier herrschte strahlender Sonnenschein. Wir blieben eine gute Stunde da und schauten den Surfern beim Surfen zu.

Diese interessante Felsformation findet sich an der Küste vor Mosteiros
Den Tag ließen wir dann gemütlich auf der Terrasse des Cafés Tofa in Ponta Delgada mit einigen guten Tassen Milchkaffee ausklingen. Anschließend bummelten wir noch etwas an der Hafenpromenade entlang und schauten den Einheimischen beim Jetski fahren und beim Fußballspielen zu.

Samstag, 18. Mai 2013

Spezial: Monte Palace Hotel

Diese wuchtige Ruine wirkt wie ein alter Bunker (ich habe sie auf den ersten Blick für ein Parkhaus gehalten) und erhebt sich über dem beliebten Miradouro Vista do Rei, von dem aus man beide großen Kraterseen in der Caldera Sete Cidades sehen kann. Das Hotel, das wohl ein Vermögen gekostet hat, wurde in den 1980er Jahren in moderner Architektur (Beton) erbaut und hatte eine einmalige Lage. Die Zimmer waren entweder zur Caldera oder zum Atlantik gerichtet und offenbar extrem luxuriös. Es verfügte sogar über ein eigenes Spielcasino. Eröffnet wurde es 1989 - leider musste das Hotel schon eineinhalb Jahre später schließen, denn es fanden sich nicht genug (zahlungskräftige) Gäste. Bis 2010 war das Hotel noch bewacht, daher war die Einrichtung bis dahin noch weitgehend vorhanden und intakt, mittlerweile ist das Gebäude jedoch praktisch entkernt, nur noch die Teppichböden und Tapeten sind vorhanden. Man kann es einfach so betreten und sich darin umschauen - und bekommt so eine gute Vorstellung davon, wie es einmal darin ausgesehen haben mag. Vom Dach hat man sogar einen noch besseren Ausblick auf die Caldera als vom Miradouro darunter. Hier kommen einige der Fotos, die ich heute gemacht habe. Die Farbigkeit war ohnehin sehr begrenzt, also habe ich die Fotos allesamt nach schwarz/weiß konvertiert.

Blick aufs Hotel vom Miradouro aus
Die zur Caldera gewandte Seite mit dem "Hintereingang"
Blick ins Foyer mit den beiden Hauptliften
Die große zentrale Halle - von den umlaufenden Galerien gingen wohl die teuersten Zimmer ab
Die beiden Hauptlifte waren gläsern
Der repräsemtative Haupteingang mit der davor liegenden Auffahrt
Der runde Treppenturm neben dem Haupteingang trägt noch den Namen des Hotels
Der Ostflügel - hier waren die kleineren Zimmer
Blick von der dritten Etage in die große Halle - rechts geht es zur Fürstensuite
West-Terrasse der Suiten im 3. OG
Room with a view - über die gesamte Caldera Sete Cidades
Badezimmer der Fürstensuite
Ein Neben-Treppenhaus
Blick auf den Südflügel
Das Treppenhaus im runden Turm
Blick in den Flur des Ostflügels
Im Erdgeschoss befanden sich Restaurants
Hier war wohl die Bar
Ein weiteres Restaurant, das den gesamten Westteil des Erdgeschosses umfasste. Rechts ging es auf eine halbrunde Terrasse mit Blick auf den Miradouro