Die schönste Wanderung haben wir uns für den Schluss aufgehoben - nein, geplant war das nicht wirklich! - Denn die Tour zum Wasserfall
Salto do Prego war im Reiseführer nicht besonders wohlschmeckend beschrieben; zum Einstieg sollte es einen beschwerlichen Aufstieg über einen gepflasterten Eselspfad geben und die Aussicht, mal wieder bergauf zu kraxeln, um denselben Weg anschließend wieder bergab zu gehen, war ebenfalls nicht berauschend.
Es sollte alles ganz anders sein - gut, den steilen Eselspfad gab es wirklich, aber er war schön und sehr gepflegt und bot eine tolle Aussicht auf das Tal von Faial da Terra, einem abgelegenen Fischerdorf an der südlichen Ostküste (oder östlichen Südküste, jedenfalls unten rechts in der Ecke).
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| Blick auf Faial da Terra - irgendwo da unten stand unser Auto; hier waren wir schon auf halber Höhe |
Nach der etwa halbstündigen Kletterpartie kamen wir dann in Sanguinho an, einem kleinen Bergdorf, das der Sage nach mal 300 Einwohner hatte, aber 1970 aufgegeben worden war, wohl weil es nur zu Fuß oder eben per Esel über den besagten Pfad zu erreichen war. Seit einiger Zeit wird es jedoch wieder restauriert und soll einmal dem Tourismus dienen. Dafür hat man sogar eine Straße und eine Stromleitung dorthin gebaut und tatsächlich waren einiger Häuser frisch renoviert und weiß gestrichen. Daneben allerdings genug schöne Ruinen für mich:
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| Sanguinho |
Wir haben uns jedoch nicht lange aufgehalten und sind weiter in Richtung Wasserfall erst ein Stück hinauf und dann ziemlich tief wieder abgestiegen.
Dieser Teil des Wanderwegs war vielleicht der schönste der ganzen Insel, es ging über ausgewaschene Flussbetten und morsche Holzbrücken, riskante Treppen und schwindelnde Abgründe - bis wir endlich im Kessel des Wasserfalls standen. Mitten zwischen den Felsen am Rand des Sees, in den sich der gut 15 Meter hohe Fall ergoß, hatte jedoch jemand einen großen Haufen kleingehackter Baumstämme angezündet, deren enorme Rauchwolke fast die Fotos verdorben hätte. Mit einer leeren Sprudelflasche hatte ich versucht, das Feuer zu löschen - wegen der starken Glut war das jedoch unmöglich. Immerhin gelang es mir, den Rauch etwas einzudämmen.
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| Der Salto do Prego - ein wenig qualmt es noch |
Etwas weiter oben an einer alten Tränke rasteten wir. Dann ging es nur einen kurzen Teil des Wegs zurück, denn der Weg war tatsächlich ein Rundkurs, was in der Karte kaum zu erkennen war, da die Routen eng beieinander lagen.
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| Ein Blick zurück - das war die Stelle, wo es zum Wasserfall ging, die Wegweiser zeigen die anderen beiden Richtungen - wir waren von oben gekommen und gingen hier bergab | | | |
In Wirklichkeit lagen jedoch mehrere Dutzend Höhenmeter zwischen dem Bergdorf Sanguinho und dem Bett der Ribeira da Faial da Terra, durch das wir nun auf dem Weg zurück abstiegen. Da das Wetter heute auch gehalten hatte und die Sonne die meiste Zeit zu sehen war, war dies eine Wanderung ganz nach unserem Geschmack, auch wenn der Weg mit nur 6 km insgesamt recht kurz war.
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| Am Schluss ein 3D-Bild. Kurzanleitung: Schielen, bis sich in der Mitte ein virtuelles drittes Bild zeigt. Dann versuchen, darauf zu fokussieren und das Bild stabil zu halten - dann ergibt sich der 3D-Effekt von ganz allein. Erfordert etwas Übung, aber dann ist es ganz leicht. |