Der Himmel erschien heute morgen wolkenverhangen und es war recht kühl. Ab Mittag sollte es jedoch sonniger werden. Grund genug, schon zeitig zu starten, denn die Strecke, die wir uns für heute ausgesucht hatten, sollte mit einem langen, zweieinhalbstündigen Aufstieg beginnen - dafür ist Sonnenschein doch eher ungeeignet. Es sollte entlang des Tals des Ribeira da Praia hinauf zum Lagoa do Fogo (Feuersee) gehen, einem recht abgeschieden gelegenen großen Kratersee, von denen São Miguel so einige hat. Zuerst ging es auf der südlichen Küstenstraße nach Osten durch das Dorf Água de Pau, wo wir am Miradouro de Pisão einen kurzen Fotostopp eingelegt haben:
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| Das weiße Haus auf den Klippen ist das Convento da Caloura, ein ehemaliges Nonnenkloster. Das Foto zeigt übrigens die aller-aller-südlichste Südspitze der Insel (wie wir auch erst später gelernt haben). |
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Der Reiseführer hatte empfohlen, die ersten 200 Höhenmeter von der Küste über asphaltierte Straße mit dem Auto zurückzulegen - diesem Rat waren wir nur zu gern gefolgt. An einer Wandertafel hatten wir dann den Wagen abgestellt und waren den relativ steilen und ziemlich unwegsamen Feldweg Richtung Pico da Praia, einem fast 600 m hohen Berg hinaufgestiegen. An einem verfallenen Gehöft unterhalb haben wir eine kleine Rast eingelegt:
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| Blick durchs Wohnzimmer zum Pico da Praia |
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| Das waren wohl die Stallungen. Der Boden davor bestand aus verkrustetem Matsch. Wir waren froh, dass es hier schon länger nicht mehr ausgiebig geregnet hat |
Der Aufstieg erwies sich als nicht unschwierig, aber wir haben es langsam angehen lassen. Leider hatten wir im Reiseführer ganz am Anfang den Hinweis übersehen, dass wir nicht den Schildern zum Lagoa do Fogo, sondern der anderen Abzweigung folgen sollten. Das hatte zur Folge, dass wir die Streckenbeschreibung des Rundwegs quasi rückwärts lesen mussten.
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| Unterhalb des Pico eine angenehme Überraschung: eine richtige Levada! - Die nächsten 2 km folgten wir ihr mit Vergnügen. |
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| Weiter oben wurde das Tal breiter. Es ging stetig, aber nicht allzu unangenehm weiter hinauf bis über 600 m. |
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| Der Lagoa do Fogo liegt im Inselinnern, etwa 6 km von der Küste entfernt. Sein Niveau beträgt 575 m; er ist etwa 3 km lang, 2,5 km breit und 30 m tief. Er enstand 1563 bei einem Vulkanausbruch des seitdem nicht mehr existenten Pico da Sapateira und bildet die innere Caldera des Vulkans Àgua de Pau (laut Wikipedia). |
Der Lagoa war jedoch noch längst nicht der höchste Punkt der Strecke. An seinem Südufer ging es nochmal gut 100 m hinauf und Birgit war der Verzweiflung nahe, zumal wir auch noch von brütenden Möwen attackiert wurden, die manchmal kamikazeartig und dabei laut schimpfend über unseren Köpfen herzischten. Vereinzelt wurden auch Versuche angestellt, uns dabei einen Klecks zu verpassen, zum Glück ließ es sich bei dem Wind offenbar nicht gut zielen. Kalt war es am Ufer und wir hatten uns wärmere Sachen übergezogen. Nur vereinzelt ließ sich jetzt die Sonne blicken. Der Weg beschrieb bald eine längere Rechtskurve und dann ging es bergab - worüber wir uns nur kurz freuen konnten, denn der Abstieg war lang und führte über eine steile und rutschige Schotterpiste. Wir waren nun allerdings froh, dass wir den Weg in falscher Richtung gegangen waren, denn der Blick zurück war kein schöner Anblick.
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| Viele Serpentinen über Schotterwege führten hinab ins Tal |
Insgesamt waren wir 4:45 Std. unterwegs, abzüglich der Rastzeiten also etwa 4 Std. (nur unwesentlich langsamer als im Reiseführer beschrieben). Etwa 400 Höhenmeter haben wir dabei einmal rauf und einmal runter bewältigt. Anschließend haben wir den Tag an der Küste vorm Hotel ausklingen lassen. Was wir morgen machen, müssen wir uns noch überlegen.
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