Heute hatten wir unsere Pläne, den Rest des Kraterrands der Caldera
von Sete Cidades zu umrunden, wegen des nebelverhangenen Grats
kurzfristig geändert und waren hinunter zur Brücke zwischen dem Lagua
Azul und dem Lagua Verde gefahren.
Die Idee war, den kleineren Lagua Verde zu umrunden - sowohl von rechts
als auch von links führten Wege zumindest ein größeres Stück am Ufer
entlang, so dass in der Theorie es auch möglich sein sollte, ein evtl.
unwegsameres Zwischenstück durch den Wald zu überwinden, ähnlich wie uns
das bereits beim Lagua das Furnas gelungen war (siehe Tag 4). Birgit
hatte jedoch, nachdem der Weg eine Rechtskurve vom See weg beschrieben
hatte, angesichts des nur schwach vorhandenen Trampelpfads am Ufer
entlang schnell abgewunken, mich hatte jedoch die Lust auf ein Abenteuer
gepackt und so machte ich mich allein auf den Weg in den Wald.
Dummerweise wurde der Pfad jedoch bald schon immer schlechter und der
Boden immer steiler und irgendwann war ich praktisch auf allen Vieren
mitten im Urwald unterwegs bei extrem rutschigem weil abschüssigem
Boden. Hier hätte ich spätestens umkehren müssen; da ich jedoch
erwartete, schon bald den Weg auf der anderen Seite erreicht zu haben,
kletterte ich weiter. Nach nur etwas mehr als 100 Metern, die mich
allerdings mehr als eine halbe Stunde gekostet hatten, kam ich jedoch an
einen etwa 15 Meter breiten Erdrutsch, an dem die mehr als 45° steile
Kraterwand auf über hundert Meter Höhe in den See abgerutscht war und
sämtliche Flora mit sich gerissen hatte. Übrig blieb eine praktisch nur
aus Schotter bestehende Piste, die nicht passierbar war. Hier war es
klar, dass ich nicht weiterkonnte. Also doch wieder zurück.
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