Da wir es diesmal langsam angehen lassen wollten, stand heute nur ein Kurztrip in die benachbarte Inselhauptstadt Ponta Delgada auf dem Programm, gleichzeitig auch Hauptstadt der teilautonomen Azoren und mit knapp 65000 Einwohnern auch bevölkerungsreichster Fleck auf allen neun Inseln. Der Verkehr durch das Gewirr der Einbahnstraßen hat schon beinahe Großstadtquantität und viele hübsche Plätze und Unmengen von gekachelten Kirchen machen schon eine Menge her. Wir waren dem Rat des Reiseführers gefolgt und haben das Auto, übrigens ein winziger Peugeot 107, im Parkhaus der Shopping-Mall "Parque Atlantico", etwa 600 m nördlich des Zentrums abgestellt und sind die schmalen Gassen zur Hafenpromenade heruntergelaufen.
| Blick nach Osten, hier war es trotz der dunklen Wolken mäßig windig und recht angenehm. |
| Igreja de Sao Jose - beim Frühjahrsputz |
Überall in der Stadt war man noch dabei, Fassaden anzustreichen, Laub zu blasen oder Gärten zu beharken - Vorsaison halt. Das macht den Aufenhalt wegen lärmender Maschinen nicht überall angenehm. Nach einem Kurzabstecher zum Touristenbüro sind wir dann wieder aufgestiegen, diesmal zunächst über den Stadtpark "António Borges", benannt nach seinem Begründer, einem reichen Ananasproduzenten ("Gentleman Farmer") aus dem 19. Jahrhundert. Hier gab es einiges zu bestaunen, z.B. einen gigantischen Gummibaum:
Und eine zum Teil natürlich, zum Teil angelegte dschungelartige Grottenlandschaft, bei der man auf engen, sich windenden Pfaden 15 m in die Einsturzöffnung einer früheren Vulkanhöhle hinabsteigen konnte:
Am oberen Ende des Parks sollte sich dann ein weiterer, diesmal privater Park anschließen, aber zuvor kamen wir an einem bizarren Friedhof vorbei. Hier hatten offenbar die wohlhabenderen Einwohner Ponta Delgadas kleine Wochenendhäuschen für ihre Verblichenen errichtet, in dem sie die Särge in Wandregalen stapeln konnten. In einigen waren zehn Särge übereinander, an den Griffen noch die Schleifchen und auf dem Tischchen dazwischen die Fotos der Einlieger zu sehen.
Rechts ein besonders hübsches Häuschen. Die Särge waren mit Spitzendeckchen versehen. So lässt es sich auch als Vampir aushalten...
Weiter ging es dann zum "Jardin José do Canto", ebenfalls ein von einem reichen "Gentleman Farmer", Großgrundbesitzer und leidenschaftlichen Pflanzensammler aus dem 19. Jahrhundert gegründeter Park, der für nur 2,50 € zu besichtigen war.
| Standbild des Gartengründers José do Canto am Ende der zentralen Allee vom Eingang aus gesehen |
| Suchbild: wo ist das Birgelchen? |
| Ein Fels in der Brandung - literally |
| Blick auf die Dächer von Sao Roque, im Hintergrund die Hafenmole von Ponta Delgada |
PS: Die Badezimmertür wurde inzwischen fachgerecht repariert.
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